Kind Archive - Der Ratgeber-Blog für Väter und alle, die es mal werden wollen https://www.papasrabauken.de/tag/kind/ Geistreiche und geistlose Anekdoten über das Leben als Dreifach-Papa Sat, 09 Mar 2019 21:42:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 https://www.papasrabauken.de/wp-content/uploads/2017/12/cropped-Signet-32x32.png Kind Archive - Der Ratgeber-Blog für Väter und alle, die es mal werden wollen https://www.papasrabauken.de/tag/kind/ 32 32 Top 5 der beliebtesten Tatorte von kindlichen Wutanfällen https://www.papasrabauken.de/2019/01/01/top-5-der-beliebtesten-tatorte-von-kindlichen-wutanfaellen/ https://www.papasrabauken.de/2019/01/01/top-5-der-beliebtesten-tatorte-von-kindlichen-wutanfaellen/#respond Tue, 01 Jan 2019 22:00:04 +0000 https://www.papasrabauken.de/?p=356 Noch vor wenigen Jahren habe ich mich in der Öffentlichkeit für schreiende Kinder fremdgeschämt. Und die oft teilnahmslos nebenstehenden, offensichtlich überforderten Eltern(teile) als schwach, versagend und verweichlicht abgestempelt. Dafür entschuldige ich mich hiermit! Wo genau der kindliche Terror einen treffen kann, erfahrt ihr in den 'Top 5 der beliebtesten Tatorte von kindlichen Wutanfällen'.

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Das Jahr 2018 ist endlich Geschichte. Zeit, um sich noch einmal den schönen und weniger schönen Erlebnissen des vergangenen Jahres zu widmen. Da wir uns 2018 gleich mit mehreren Kindern entweder in der Trotzphase oder bereits der Zahnlückenpubertät befanden, bleiben mir insbesondere einige der weniger schönen Situationen in bester Erinnerung. Wenn kleine Kinder eine Sache beherrschen, dann ist es zu den unmöglichsten Zeitpunkten und an den unmöglichsten Orten ihren kindlichen Emotionen freien Lauf zu lassen. Das wäre auch nicht der Rede wert, wenn es sich um ausschließlich positive Emotionen handelte. Leider passiert UNS so viel Positives selten, äußerst selten. Seit geraumer Zeit erleben wir stattdessen immer häufiger, wie die kleinen Rotzgören – gerade auf neutralem Grund und Boden – ihre zickigsten Marotten und Eigenarten ausleben. Noch vor wenigen Jahren habe ich mich in der Öffentlichkeit für schreiende Kinder fremdgeschämt. Und die oft teilnahmslos nebenstehenden, offensichtlich überforderten Eltern(teile) als schwach, versagend und verweichlicht abgestempelt. Dafür entschuldige ich mich hiermit! Wo genau der kindliche Terror einen treffen kann, erfahrt ihr in den ‚Top 5 der beliebtesten Tatorte von kindlichen Wutanfällen‘.

1. Der häusliche Flur, kurz bevor man das Heim verlassen will

Man kennt das: Erst hat man selbst mal wieder richtig schön verpennt, die Kinder schälen sich dementsprechend auch erst mit deutlicher Verspätung aus den Betten; Frühstück und Kaffee werden innerhalb von 185 Sekunden zubereitet und hinuntergeschlungen. Alexa berichtet im Minutentakt die Uhrzeit. Heute muss das Anziehen der schlaftrunkenen Akkord-Frühstücker deshalb umso besser funktionieren. Denn die Zeit bis zur finalen Bring-Deadline in der Kita läuft unerbittlich ab. Tausendstel werden zu Hundertsteln, Sekunden zu Minuten. Jetzt nur noch schnell das blaue Haargummi in die Haare…kreisch…brüll… zwischenzeitlich japst jemand nach Luft. 100 Dezibel dröhnen in meinen Ohren. Die Apokalypse erscheint dagegen wie ein sonntägliches Kaffeekränzchen. Wie kann ich mir nur anmaßen, ausgerechnet dieses blaue Haargummi für das Haupthaar einer meiner Töchter auszusuchen?! Ich lese in ihrem aufgequollenen, verheulten Gesicht, das Sly Stallones zu besten Rocky-Zeiten ähnelt, folgende unmissverständliche Nachricht an mich: „Papa, das geht gar nicht. Blau? Hast du mal mein restliches Outfit begutachtet? Das kann nicht dein Ernst sein!“ Dazu zwischen den Zeilen: „Und da ich als zweijähriger Hosenscheißer noch nicht geradeaus sprechen kann, schreie ich dir meine Meinung zu deiner frevelhaften Auswahl auf klar verständliche Weise halt direkt ins Gesicht. Weil ich es kann. Und du keine Ahnung von Mode hast, Papa. Bähm.“ Selbstredend sind in solch einer Situation auch die alternativen Farbvariationen besagten Haargummis in rosa, türkis, gelb, grün oder rot nicht mehr gefragt. Merke, morgens verzichten wir zukünftig auf Haargummis, oder besser noch: komplett auf Haare

2. Irgendein Bürgersteig, Parkplatz oder Feldweg, bei Nieselregen

Auch folgende Situation wird vielen Eltern nicht gänzlich unbekannt erscheinen. Egal, ob es ein kurzer Spaziergang in der Hood ist, z.B. auf dem Weg zum Spielplatz, oder manchmal auch nur auf dem Parkplatz drei Meter vor dem „rettenden“ Auto passiert:

Wie aus dem Nichts geht das Kind auf höchst theatralische, in einer geradezu neymaresken Art und Weise, zu Boden. Zuerst die Knie, meist parallel, dann die Vorderhufe, schöööön langsam. Quasi in Zeitlupe, damit jeder unbescholtene, zufällig vorbeilaufende Zuschauer das Geschehen auch in voller Pracht bewundern kann. Dazu trägt das Kind diesen gequälten, niederschmetternd aufgelösten Blick, wie der eines beliebigen SPD-Parteivorsitzenden aus dem letzten Jahrzehnt. Dicke Tränen kullern aus den Mini-Schlitzen, die mal Augen waren. Die Erdanziehung tut ihr übriges. Da liegt es nun, das Kind, alle Extremitäten von sich gestreckt, wie ein doppelt-umgedrehter Maikäfer bäuchlings in der Pfütze. Arme und Beine beginnen nun in einem unablässig trommelnden 4/4 Takt alternierend sowohl den Boden als auch die umgebende Luft zu malträtieren. Unser beider Stimmung sinkt in Richtung Null Kelvin. Das ist frostig, mehr als frostig. Ohne auch nur im Ansatz zu wissen, was den sterbenden Schwan dazu bewogen hat, sich der Schwerkraft und einem massiven Stimmungstsunami hinzugeben, bin ich stiller Beteiligter dieser grotesken Szenerie. 30 Sekunden. Eine Minute. And counting. Bis mir klar wird, dass ICH derjenige bin, der die Zügel in der Hand hält: „Eierkuchen, soll ich dir Eierkuchen machen?!“ Es dauert keine drei Sekunden, bis wir unsere Reise fortsetzen können. Merke: Autorität kann man zwar nicht erlernen, aber erkochen und erbacken

3. Die Supermarktkasse als finales Ziel des Quengelwarenspießrutenlaufs

Einkaufen mit Kindern kann etwas Befriedigendes an sich haben. Zumindest, wenn es sich die Kinder auf dem Parkplatz im Auto unter fachgerechter Betreuung gemütlich machen, bei einem Hörspiel oder einem ausgedehnten Nickerchen. Dann macht Einkaufen echt Laune.

Suboptimal dagegen ist so ein Supermarkt-Besuch, wenn dich drei Kinder begleiten. Obwohl du eigentlich nur ein Toastbrot, drei Liter Milch, eine Packung Eier und Kaubonbons besorgen musst. Dauert keine drei Minuten. In meiner Welt sind es allerdings drei Einkaufswagen, mit denen wir den mühsamen Weg, am Pfandautomaten vorbei, in die heiligen Hallen des Konsums beschreiten. Drei Kinder mit drei Einkaufswagen, welche selbstredend nun auch alle befüllt werden möchten. Also finden nun auch drei Packungen Toast, 30 Eier, neun Liter Milch und sämtliche Kaubonbons aus dem Regal den Weg in die Einkaufswagen. Und Joghurt. Der stand zwar nicht auf der Liste, aber naja. Fünf Geschmacksrichtungen, insgesamt zwanzig Portionen. Für den Fall, dass es nicht jedem mundet. Genau wie beim Käse. Den gibt es mit Löchern, mit OHNE Löchern, mild, nussig, geschnitten oder cremig als Frischkäsevariante. Packen wir alles ein, jeder alles einmal. Zur Sicherheit. Damit sich niemand benachteiligt fühlt. Sonst kippt die Stimmung noch, oh weh. Das gilt es natürlich zu vermeiden. Zu schön ist es auch mitanzusehen, wie Kind A Kind B durch sämtliche Gänge scheucht, während Kind C den Einkaufswagen mit Karacho in die Kiwis steuert.

Da ist das dicke Ende aber noch nicht abzusehen. Denn sobald sich das Einkaufswagen-Trio Infernale der Kassenregion nähert und damit die Rote Zone der Quengelware betritt, brennen den quirligen Süßwarenvernichtern alle Sicherungen durch. „Will haben, Paaaapa“, schallt es an Kasse 4 während flinke Hände nach Kinder, Mars und Wrigleys greifen. Das erste väterliche ‚Nein‘ wird noch mit einem schelmischen Grinsen beantwortet, nach dem Motto: „Das meinst du doch nicht ernst, Papa?!“ Das zweite, schon etwas forderndere ‚Nein‘ hinterlässt beim verblüfften Nachwuchs bereits nachhaltig schlechtere Laune. Die Schnute verwandelt sich binnen Sekundenbruchteilen in ein Gemenge aus Trotz und aufkommender Aggressivität. Sobald die Unterlippe einen umgekippten Halbmond geformt hat, ist jegliche Aussicht auf Verbesserung der angespannten Situation verschwunden. Die kindliche Wut bahnt sich ihren Weg Richtung Kassiererin.

Ab diesem Moment geht es nur noch um Schadensbegrenzung. So schnell wie möglich die Einkäufe aufs Band geworfen, Karte durchgezogen, alles wieder mit langem Arm in die Einkaufswagen zurückgewischt. Dazwischen die empörten Blicke der kinderlosen Kunden wahrgenommen, die dem herzlosen Vater zufliegen, weil er den Kindern nicht mal ’ne Milchschnitte gönnt. Obwohl sie die ja hassen. Aber das wissen die Empörten leider nicht. Diese Schlaumeier.

4. Irgendeine Sitzmöglicheit beim Essen

Die Familie zu Tisch. Was für eine Sauerei. Auch wenn Messer, Gabel und Löffel bereits zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand geworden sind – und das nicht nur bei der Ü18-Fraktion am Tisch – beschwören die gemeinsamen Mahlzeiten immer wieder ein Schlachtfeld herauf, das seinesgleichen sucht. Wer diesem kulinarischen Massaker frühzeitig entgegenwirken will und seinen Kindern eine simple Hilfestellung beim Beschmieren des vollkörnlichen Brotes mit zu-spät-aus-dem-Kühlschrank-geholter knochenharter Butter geben möchte, erntet bei uns oftmals alles andere als Dankbarkeit. Wie schnell doch die Stimmung von ‚in froher Erwartung auf Frischfleisch‘ zu ‚ich werde keinen verdammten Bissen runterschlucken‘ umschlagen kann. ‚Ich will machen‘, verkommt in diesen Momenten zum geschrieenen Evergreen, dem sämtliche Körperfunktionen des wütenden laufenden Meters untergeordnet werden. Der eben noch sichere Sitz des Wüterichs auf den kindlichen ‚vier Buchstaben‘ löst sich so schnell in Wohlgefallen auf wie die Koalitionsabsichten der FDP nach der letzten Bundestagwahl.

Wo eben noch Muskeln, Knochen und Bänder den Stützapparat aufrecht hielten, hat man nun das Gefühl, dass die kindliche Materie den flüssigen Aggregatzustand annimmt. Blitzschnell tauchen nacheinander Bauch, Hals und Kinn unter der Tischplatte ab, mit Karacho schlägt die Oberlippe auf der mit Essensresten verkrusteten Tischkante auf, um schließlich mitsamt eines herzzerreißenden Schreies platzend einen Schwall Blut freizusetzen. Mir bleibt der letzte Bissen buchstäblich im Hals stecken. Erste Hilfe statt Abendbrot! Mahlzeit.

5. (K)ein echter Treppenwitz

Wohl kaum ein architektonisches Bauteil ist bei Kindern so beliebt und bei Eltern so gefürchtet wie die Treppe. Ja, leider passieren immer wieder Unfälle auf Treppen. Nicht nur Kindern. Auch Erwachsenen, ja sogar Rentnern, habe ich mir sagen lassen. Eine der wertvollsten Investitionen in häusliches Inventar ist dennoch das Treppenschutzgitter (allein dieses Wort, als ob man die Treppe vor dem Kind beschützen müsste, Kindschutzgitter wäre doch eigentlich logischer). Allein der Einbau oder vielmehr die regelrechte Implantation in die häusliche Baustruktur ist nicht selten nervenverfetzend und mit größten handwerklichen Anstrengungen verbunden, selbst wenn man keine zwei linken Hände hat. Wovor dich und deine Liebsten allerdings auch das teuerste Treppenschutzgitter nicht beschützen kann, ist der Sturz beim Treppenaufstieg. Natürlich kann auch so etwas mal passieren, z.B. wenn glitschige Schuhsohlen oder rutschige Söckchen zu schnell den Weg in die oberen Familiengemächer finden wollen.

Treppen haben etwas faszinierend Einfaches und Sinnbildliches. So schnell wie es (od. man) hinauf geht, geht es (od. man) auch wieder hinab. So wie das Leben an sich – eine Berg- und Talfahrt. Gern mutiert die gemeine Treppe allerdings auch zur spontanen Sit-in-Location, wenn dem grollenden Nachwuchs mal wieder irgendeine Laus über die Leber gelaufen ist. Keinen verdammten Zentimeter bewegen sich die Plagegeister dann. Für Minuten. Ach was sage ich, für Stunden. Es soll sogar Kinder geben, die nach langem Kampf mit dem eigenen Bock auf Treppen eingeschlafen sind, auf ihren nächsten Geburtstag gewartet oder sich dort auf ihre Abiturprüfungen vorbereitet haben.

Dabei ist das Problem mit dem bockenden Kind auf der Treppe hausgemacht. War es nicht Vorzeige-Supernanny Katharina Saalfrank, die uns allen die ’stille Treppe‘ als Ort der Buße und Besinnung näherbringen wollte? Eine Treppe? Zu meiner Zeit wurden bockige oder anders abartige Kinder temporär noch artgerecht in Abstellräume, Bettenkammern, Keller oder Dachböden verwiesen, um dort zur Besinnung zu kommen. Oder einfach vor die Tür gestellt. Im Winter. Bei Schnee. Zumindest musste es entweder besonders dunkel, kalt oder besonders eklig mit vielen Spinnweben sein. Aber im Vergleich dazu macht so eine stilechte Steintreppe mit Mahagoni-Handlauf echt schon was her. Da gruselt sich wirklich jedes Kind, wenn mal wieder mit der Treppe gedroht wird. Das haben wir jetzt davon.

In diesem Sinne freuen wir uns alle wie Sau auf viele wunderbare Wutausbrüche im Jahr 2019!

Image Source: https://www.freestock.com/free-photos/boy-screaming-arms-open-isolated-white-105635438



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Wenn das Fleisch schwach und der Wille noch schwächer ist – Teil 1 https://www.papasrabauken.de/2017/11/25/wenn-das-fleisch-schwach-und-der-wille-noch-schwaecher-ist-teil-1/ https://www.papasrabauken.de/2017/11/25/wenn-das-fleisch-schwach-und-der-wille-noch-schwaecher-ist-teil-1/#respond Sat, 25 Nov 2017 16:45:19 +0000 https://www.papasrabauken.de/?p=212 Heute werde ich mir keine Freunde machen. Fakt. Manchmal weiß man das schon vorher, wenn man gewisse Themen beleuchtet, die in dem, was wir heutzutage Gesellschaft nennen, verpöhnt sind. Keine neuen Freunde also. Accepted. Freundschaften sind eh überwertet. Zumindest die bei Facebook, und Twitter, und Instagram. Aber bei Letztgenannten sind es ja auch keine Freunde … Wenn das Fleisch schwach und der Wille noch schwächer ist – Teil 1 weiterlesen

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Heute werde ich mir keine Freunde machen. Fakt. Manchmal weiß man das schon vorher, wenn man gewisse Themen beleuchtet, die in dem, was wir heutzutage Gesellschaft nennen, verpöhnt sind. Keine neuen Freunde also. Accepted. Freundschaften sind eh überwertet. Zumindest die bei Facebook, und Twitter, und Instagram. Aber bei Letztgenannten sind es ja auch keine Freunde mehr, sondern „nur“ Follower. Also wortwörtlich jemand, der einem folgt. Jeden Tag, jede Stunde, bei jeder Aktivität. Im echten Leben nennt man sie Stalker. Komisch, dieses Internet. Neuland halt – zumindest für die Meisten unter uns.

Egal, ob nun Freund, Follower oder Stalker, ich werde heute höchstwahrscheinlich auch ein paar meiner Leser verlieren, vor allem männliche. Zum Glück habe ich erst so wenige, dass das niemanden juckt oder gar ein Shitstorm daraus erwachsen könnte. Kein Shitstorm also. Den hatte ich buchstäblich im letzten Jahr, wo wir zuhause 5.800 Windeln gewechselt haben. So über den Daumen gepeilt. Nicht alle ich höchstpersönlich, sondern alle Helfer gemeinsam. Fünf Tausend und acht Hundert. Wenn man 5.800 Windeln der Größen 1 bis 4 auseinandergefaltet aneinanderlegt, ergibt das eine Strecke von ungefähr 1,8 Kilometern. Seid ihr mal eine 1,8 Kilometer lange, mit Exkrementen bepflasterte Strecke entlang marschiert? Den Gestank muss man sich natürlich dazu denken. Sooooo viel zu echten Shitstorms! Vor denen man aber im Vergleich zu den digitalen Consorten gar keine Angst haben muss.

Angst. Noch so ein Unding. Über Ängste spricht man ja eigentlich nicht. Nicht in der Öffentlichkeit, nicht im Büro, teilweise auch nicht mal im eigenen Wohnzimmer. Und wenn doch? Was sagt es über jemanden aus, der zugibt, Ängste zu haben? Unsere heutige Gesellschaft hat diesbezüglich sehr fix die passende Antwort parat: Wer Angst hat, ist schwach und angreifbar. Nur die Harten kommen in den Garten. Wer Angst hat, verliert. Angsthase.

Wenn du das erste Mal ein Kind erwartest, wirst auch du eine Angst empfinden. Eine besondere Angst, eine Angst, die du nie zuvor erlebt hast. Sie fühlt sich anders an als die Ängste, die du kennst. Anders als die Angst vor dem vollen Fahrstuhl auf dem Weg ins Büro. Anders als die Angst, deinen Job zu verlieren. Anders als die Angst, dass du jeden verdammten Tag älter wirst und irgendetwas verpassen könntest in deinem Leben. Anders, als die Angst, nicht mehr ernst genommen zu werden. Anders als die Angst vor dem Tod: Angst vor neuem Leben. Jenem Leben, dass sich als blinkend piependes Pixel auf dem Ultraschallbild den Weg in dein eigenes Leben bahnt. Leben mit knapp zehn Monaten Anlauf. Manchmal auch weniger. Angst vor Leben. Wie pervers die Welt doch ist. Geworden ist.

Warum Familie, geht doch auch ohne, oder?

In den guten alten Zeiten, als Kinder noch am Fließband produziert und geboren wurden – acht, zehn oder auch mal zwölf pro Hof und Haushalt – gab es diese Angst noch nicht. Eins geht noch. An dieser Stelle sei eine Episode aus Monty Phytons „Der Sinn des Lebens“ als grandios inszeniertes Paradebeispiel erwähnt. The more the better. Heute gilt das vielleicht noch für Handtaschen und Schuhe. Und Apple Devices. Eins mehr geht immer noch.

Neulich fragte mich ein ehemaliger bester Freund, mit dem ich in Jugendtagen durch dick und dünn gegangen bin, wie ich es denn schaffe, meine Ängste in Bezug auf meine Kinder zu bewältigen. Er selbst habe zuviel Angst vor der Verantwortung, zuviel Angst davor, sein Leben jemandem zu widmen und auf jemanden auszurichten, der nicht er selbst ist. Du egoistisches Arschloch, schoss es mir durch den Kopf. Das ‚ehemaliger‘ hast du dir damit redlich verdient. Wochen später sehe ich das zugegebenermaßen ein wenig differenzierter:

Ist jemand, der die Gründung einer Familie bzw. eines ähnlich gearteten Zweckbündnisses (dieses grässliche Ding namens Liebe mal außen vor gelassen) von vornherein ausschließt, ein schlechterer Mensch als jemand, der es wagt und dann aber womöglich scheitert? Woran auch immer. Ist er Egoist, Angsthase oder gar der Antichrist? Liegt es nicht in der Natur des Menschen sich fortzupflanzen oder zumindest etwas Einzigartiges an die nächste Generation weiterzugeben? Kann man davor Angst haben?

Als Unfruchtbarer unter den Fruchtbaren

Okay, Angst vor bereits vorhandenem neuen Leben, ja, das kannte ich schon. Die Tatsache, dass du mit deiner besseren Hälfte als einziges Pärchen in deinem innersten Freundeskreis (noch) KEIN Kind hast, ist wahrlich kein beneidenswerter Zustand. Da hilft es auch nicht, dass du gerade erst 30 geworden bist. Dreißig! Also quasi kurz nach Abitur und Studium, mitten in der Blüte deines Lebens. In der Zeit, in der du locker flockig 60 Stunden die Woche im Büro abreißen kannst. Jetzt schon Papa werden? Nein, das hat jetzt aber echt noch Zeit. Und überhaupt, wir wollten doch nächstes Jahr noch mal auf die Kanaren. Die bereits bekinderten Freunde kennen dagegen keine Gnade. Die Frage nach dem „wann ist es denn bei euch endlich soweit?“ hallt dir jedes Mal so nachhaltig im Kopf wie eine unnötige Wurzelbehandlung. Auch dieses Gefühl lässt sich aber noch steigern. Dieses dich innerlich zerrupfende Erlebnis, ohne eigenes Kind auf einer Geburtstagsparty einer Zweijährigen eingeladen zu sein – inmitten von acht Familien mit kumulierten 16 Rotzfressern – sollte man wahrlich nicht unterschätzen. Jetzt nur das Briefing befolgen: Nicht böse gucken, wenn einem der zehnmonatige haarlose Balg sein letztes und das vorletzte Essen vor die Füße spuckt. Oder dieses penetrante Kreischen der hyperaktiven fünfjährigen offensichtlich Schwererziehbaren, die seit zehn Minuten mit den Holzclogs über das Parkett stampft, jämmerlich unterbrochen durch den stupiden Hinweis der Mutter, dass man doch auch leiser Krach machen kann. Aber wenn sie doch so einen Spaß dabei hat?! Kann man dem Kind böse sein? Man kann. Die Spitze des Schreckens-Eisberges erklimme ich, als ich dieses eine, andere, fremde Kind tatsächlich anfassen soll. „Nimm ihn doch mal hoch, auf deinen Arm, brauchst keine Angst zu haben, du tust ihm nicht weh. Er schläft ja ganz tief und fest. Mädels, schaut mal, wie er ihn hält, er hat schon drei Minuten nicht geatmet, hahahaha.“

Ich fühle mich sichtlich deplatziert in dieser Umgebung. Aus evolutionstechnischen Gründen behaupte ich mal, dass es mir dabei als Mann noch viiiiiiel schlimmer ergeht als meiner Frau. Minuten werden zu Stunden, Spucke zu Brei, dreistellige Dezibel addieren sich zu einer ausgewachsenen Migräne. Zum Glück ist die Party 18 Uhr zu Ende. Das einzig Gute an einer Kindergeburtstagsparty: Die Kleinen müssen früher ins Bett als ich. Nie wieder, denke ich.

Das klappt nicht wirklich, muss ich später erkennen. Denn es gibt Murphy. Ob es Gott gibt, daran zweifle ich manchmal. Aber Murphy, den gibt es. Murphy. Nicht der Eddie. Sondern Law. Nicht Jude. Murphy’s Law! Wenn du Scheiße am Fuß hast, hast du Scheiße am Fuß. Dann gibt es diese Geburtstage nämlich zukünftig erst quartalsweise, dann monatlich. Ich suche einen Ausweg. Also vielleicht doch ein eigenes Kind? Sich anpassen. Wie das Chamäleon. Die Umgebung adaptieren, um einen Teil derselben darzustellen.

Entscheide dich endlich, du Depp

Ich kann Euch nicht sagen, wann genau man sich nach dem wievielten Hefeweizen mit Rum-Spülung entscheidet, eine Familie zu gründen. Manchmal geschieht es sicherlich auch unbewusst – oder unverhütet. Wenn man sich jedoch bewusst zu diesem Schritt entscheidet, gibt es vermutlich auch einen Grund dafür. Oder eine Rechtfertigung.

In den letzten Jahren, glaube ich, einige dieser Gründe erkannt zu haben:

1. Stolz auf eine Buchstabenkombination

Der Stammhalter-Grund steht ganz oben auf der Liste. Es muss einfach jemanden geben, der diesen verdammten Stammbaum weiterführt. Also ganz klar einen Sohn. Mit dem kann man außerdem Fußball spielen, kampeln, später auch mal den einen oder anderen Schnaps wegknallen. So ein richtig cooler Junge halt. Wie man selber einer war. Frauenheld und mit ner großen Fresse. Ganz wichtig ist aber, dass er später den altehrwürdigen Familiennamen weitergibt an seine Kinder. Man kennt zwar niemanden mehr ab der dritten Generation vor einem, aber die hießen auch schon Müller, Schmidt, Meier, Haselsbacher, Grünkopf – was auch immer. So einen will ich, der meinen Familiennamen die nächsten Generationen weitergibt, wo muss ich unterschreiben? Ich frage mich immer, was in diesen Familien mit den erstgeborenen Töchtern passiert?!

2. Zehn Extrapunkte für den Lebenslauf

Jeder kennt das. Irgendwann hat jeder in seinem Leben einmal eine Bewerbung geschrieben. Auch die ganz Dummen, sogar die ganz Intelligenten mussten das. In der allerersten stand ganz sicher bei fast Jedem in der Zeile Familienstand: ledig. Um sich gänzlich abzusichern beim neuen potentiellen Arbeitgeber: ledig, ohne Kinder. Der Job war dir so gut wie sicher, wenn du dich nicht völlig spackig angestellt hast.

Zehn Jahr später. Weil du noch immer nicht die Frau deines Lebens kennen- und liebengelernt hast,  hängt dir das „ledig“ in der Bewerbung inzwischen wie ein Kropf am Hals. Anfang 30, anscheinend immer noch ohne soziale Bindung. Irgendwas stimmt mit dem nicht. Psychopath.

Wie gut, dass du schon Kinder hast. Als unverheirateter Langzeitpartner, aber mit zwei Kindern, stehst du mitten im Leben und bist bereit für den nächsten Karriereschritt. Führungsqualitäten? Aber hallo, frag mal die Zweijährige, wer sich neulich den linken Schuh selbst anziehen musste. Durchsetzungsvermögen? Sogar nachts um drei vorm Kinderbett. Ekel? Grünen Schleim gibt’s nicht erst seit den Ghostbusters. Keine Frage also, den Teamleiter-Job, den hast du damit in der Tasche. Also ran an den Speck.

3. All you need is love!

Jetzt wird’s kitschig. Liebe. Auch in unserer heutigen kalten Welt voll von Eitelkeit, Egoismus und Selbstzerfleischung, gibt es Kinder, die aus Liebe entstanden sind. Weil zwei Menschen durch das eigen Fleisch und Blut einen zusätzlichen wahren Sinn im Zusammenleben sehen. Oder man merkt, dass das gemeinsame Leben leider noch eine riesige Lücke hinter sich herzieht, die täglich größer wird. Dann wird das Kind zum unbezahlbaren Schatz, der das Leben bereichert und das Glück vollendet. Ja, man muss schon echt viele Hugh Grant-Filme gesehen haben, um an wahre Liebe mit Kinderwunsch zu glauben. Aber verdammt noch mal, es gibt sie.

Gehen wir einmal dank leicht romantisch angehauchtem Gedankengut davon aus, dass statistisch vermutlich der überwiegende Teil der Kinder heutzutage aufgrund Letzterem das Licht der Welt erblickt. Was wäre das doch für eine Welt, in der Mütter und Väter ihre Kinder mit ein- und derselben Intensität und Leidenschaft bekommen und großziehen?!

Okay. Bekommen ist klasse. Kaum ein Papa, der nicht auf Instagram, Facebook & Co. Nabelschnüre durchtrennt, schreiend werdenden Müttern Hände, Köpfe oder Beine hält – obwohl einem von Letzterem wirklich von jeder Hebamme abgeraten wird. Da sind die meisten Papas echt klasse. Der Fels in der Brandung. Das Licht am Ende des Geburtstunnels. Aber was kommt danach?

To be continued…

Image Source: https://www.freestock.com/free-photos/dad-kissing-mums-belly-including-clipping-1709315

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Plötzlich beliebt oder warum mich jetzt alle Welt anlabert https://www.papasrabauken.de/2017/08/20/ploetzlich-beliebt/ https://www.papasrabauken.de/2017/08/20/ploetzlich-beliebt/#respond Sun, 20 Aug 2017 19:15:55 +0000 https://www.papasrabauken.de/?p=82 Wie ich neulich schon einmal vage andeutete, bin ich während des letzten Jahres, in dem neben unserem Thronfolger nun auch Zwillings-Prinzessinnen unser Leben bereichert haben, einem Phänomen auf die Spur gekommen, das sich mir bisher noch nicht vollends erschlossen hat. Müsste ich dem Dingens einen vorläufigen Namen geben, würde ich es das Mehrlings-Vater-Symphatie-Bonus-Mysterium nennen. Meine … Plötzlich beliebt oder warum mich jetzt alle Welt anlabert weiterlesen

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Wie ich neulich schon einmal vage andeutete, bin ich während des letzten Jahres, in dem neben unserem Thronfolger nun auch Zwillings-Prinzessinnen unser Leben bereichert haben, einem Phänomen auf die Spur gekommen, das sich mir bisher noch nicht vollends erschlossen hat. Müsste ich dem Dingens einen vorläufigen Namen geben, würde ich es das Mehrlings-Vater-Symphatie-Bonus-Mysterium nennen.

Meine Theorie lautet: Die Attraktivität eines Mannes im Sinne einer symphatisch-liebenswerten Wirkung auf den Otto-Normal-Mitbürger die eine unmittelbar danach startende Konversation mit sich führt sinkt mit einem Kind gen Null, explodiert dann aber geradezu, wenn man Vater von Zwillingen wird.

Fall 1: x = 1 Kind

Ach waren das noch Zeiten: Ein Kind. Ein Kind ist wie kein Kind, sobald man zwei hat. Oder drei. Dann sind zwei Kinder wie kein Kind. Nun gut, das ist eine andere Theorie. Seien wir mal ehrlich. Mit einem Kind wirkst du als Mann ungefähr so attraktiv und symphatisch wie ein feuchtes Stück Toastbrot. Glaubst du nicht? Der Unterschied zu „vorher“ ist jedenfalls nicht zu leugnen. Eben noch als Kinderloser täglich die Clubs und Bars deiner Hood unsicher gemacht, morgens trotzdem frisch geduscht und rasiert in deinen geleckten Nike-Tretern zur Arbeit geradelt. Dort bist du DER Swag schlechthin, der mit iPhone und Blendamed-Lächeln pausenlos ungefragt von deinen Hobbies Fitness und Shopping (als Mann?!) berichtest. Okay, ist nicht ganz fair. Es sind nicht alle Kinderlosen so oberflächlich. Aber jeder von uns kennt doch mindestens einen Vertreter aus dieser Fraktion und denkt gerade an ihn, oder?!

Wie auch immer. Auch wenn du keinen extrovertiert-ruinösen Mini-Arschloch-Lebensstil pflegst, erlebst du nach der Geburt deines ersten Kindes fulminante Veränderungen in deinem Leben. Da wäre zuerst der mangelnde und mehrfach unterbrochene nächtliche Schlaf, der dir Furchen unter die Augen gräbt, die tiefer sind als die moralischen Abgründe eines Donald Trumps. Aufgrund der als Folge daraus vermehrt auftretenden Unkonzentriertheiten tagsüber baust du auch auf Arbeit ab und an schon mal einen echten Bock, auch die inzwischen meist nur noch ungebügelten Karohemden lassen dich nur bedingt seriöser erscheinen. Und immer häufiger lässt du auch mal eine Rasur aus. Mit Kumpels triffst du dich nur noch, wenn dein Nachwuchs mal mit der Mama zur Oma flieht. Und das Schlimmste kommt erst noch. Du selbst bist trotz aller negativen Begleiterscheinungen zwar stolz wie Oskar auf dein eigen Fleisch und Blut, aber damit bist du auch der Einzige auf dieser Welt. Gehst du mit deinem einen Kind spazieren, nimmt dich so ziemlich niemand in der Öffentlichkeit wahr. Echt. Dafür gibt es einfach viel zu viele von diesen Einlings-Kindervätern. Anders als vor 20 Jahren, wo sich die Nachbarschaft noch das Schandmaul zerrissen hätte, wenn du als Papa vormittags allein mit dem Kinderwagen durch die Gegend semmelst, ist es heutzutage etwas völlig Banales. Austauschbar. Ätzend langweilige Normalität. Väter mit einem Kind im Wagen sind so außergewöhnlich wie stumpfes Geschirr aus dem Geschirrspüler. Gar nicht. Niemand nimmt in der Öffentlichkeit von dir Notiz, du bist nur ein Nichts, das ständig Sauerstoff verbrennt. Der Tiefpunkt deiner Attraktivität. Darunter gibt’s nichts mehr, außer die AfD vielleicht.

Fazit: Wenn du von der Gesellschaft eh die Schnauze voll hast und nichts von deinen Mitmenschen erwartest, dein kleines Häuschen im Grünen schon zur Hälfte abbezahlt hast und dir (d)eine Frau für die Ewigkeit ausreicht, dann solltest du ab jetzt immer verhüten. Oder gleich schnipp schnapp. Dann brauchst du nämlich kein zweites Kind mehr. Viel Spaß mit deinem Einzelkind. Amen.

Fall 2: x = 2 Kinder, kurz nacheinander geboren, auch als Zwillinge bekannt

Zwillinge generieren im Vergleich zu Einlingen für dich als Vater ungleich mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Das ist ganz einfach mal Fakt. Um das zu erkennen, brauchte ich mich nur ein Mal mit dem Zwillings-Kinderwagen vor die Tür wagen, nur ein einziges Mal.

Heute spielen wir wieder Zwillings-Bullshit-Fragen-Bingo

Rein statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt bei 1:85. Sprich, auf 85 Einlings-Kinderwagen schiebende Väter kommt EIN einen Zwillingskinderwagen schiebender Zwillingsvater – Drillinge oder gar noch andere Exoten-Mehrlinge lassen wir bei der Betrachtung mal außen vor (Euch nur verdammt viiiiiiiiiiel Glück und Puste gewünscht!!). Die Reaktionen, die ein mit Zwillingen besetzter Kinderwagen in der Öffentlichkeit hervorruft, sind tatsächlich außergewöhnlich. Von jeder Seite wirst du angequatscht. Egal wie zerknittert du auch ausschaust – nachdem du in der vorangegangen Nacht womöglich kaum ein Auge zugemacht hast – wildfremde Menschen sprechen dich an, überall. In der Mehrheit sind es Rentner und Frührentner, ganz selten einer U40. Eher Frauen als Männer. Meist mindestens gehobener Mittelstand statt Arbeiterschicht. Nachdem sie den sabbernden Nachwuchs mit einem süffisanten Lächeln von oben bis unten begutachtet haben, wird die folgende Konversation oft wie folgt dreisilbig eingeläutet: „Eineiig?“

Diese kurze Frage, die wohl jeder zwillingslose Mann irritierterweise nur mit einen kurzen Blick in die eigene Buxe beantworten könnte, ist einer der Klassiker schlechthin. Meist ein wenig enttäuscht wenn die Frage negiert wird, lässt es sich der gemeine Nachfrager aber natürlich nicht nehmen, ein „die sehen sich aber trotzdem ähnlich“ rauszuhauen. Jawoll, die Augen funktionieren also noch, trotz Hornhautverkrümmung und Grauem Star. Manchmal frage ich mich, ob es Leute gibt, die Eineiigkeit auch bei einer Mädel-Bub-Konstellation erfragen würden. Hmh. Biologie. Sechs. Setzen!

Keimende Hoffnungen und dunkle Abgründe

Ja, meist beginnt so eine Konversation tatsächlich etwas steif und hanseatisch kühl im Abgang. Wie ein schlechtes Date. Aber erstaunlicherweise erfahre ich, nachdem das erste zwischenmenschliche Eis gebrochen ist, dann doch ein Menge Wissenswertes und Interessantes aus dem Leben dieser Fremden:

Wie beispielsweise das Ruhestands-Ehepaar, das uns beim Bio-Bauernladen über den Weg läuft und das fünf (!) Töchter großgezogen hat. Okay, wahrlich kein Zuckerschlecken, arbeitet es in meinem Kopf. Da bin selbst ich auf einmal mucksmäuschenstill und lausche andächtig den Ausführungen, wie man mit fünf Mädels klarkommt. Respekt.

Ganz anders dagegen die Mitfünfzigerin, mit der wir im nicht wirklich wilden Wildgehege beim Besuch von süßen Rehkitzen und mächtig eingesauten Mini-Wildschwein-Frischlingen die Wege kreuzen. „Junge UND Mädchen?“, schallt es mir mit fester Stimme entgegen. „Nein, es sind tatsächlich zwei Mädels“, raune ich angepisst zurück und sehe mich schon beinahe dazu gezwungen meine Farb- und Baby-Kleidungswahl rechtfertigen zu müssen. Da trifft es mich gänzlich unvorbereitet, wie ein linker Haken von Mike Tyson: „Da haben Sie ja Glück, dass es Mädchen sind, die werden Sie dann ja im Alter gut pflegen.“ Ich gehe zu Boden, innerlich. Macht mich die Dame gerade zum Pflegefall? Wer wechselte eben noch gerade wessen Windeln? Für eine Zehntelsekunde schweifen meine Gedanken bei offenem Mund ab und ich ertappe mich dabei, wie ich vierzig Jahre überspringe und mich in einem großen Krankenbett liegen sehe, rechts und links meine Kinder, die mir den Sabber aus dem Gesicht wischen. Rechtzeitig bevor mich der Ringrichter ausgezählt hat, erwache ich aus dem Sekundenkoma. Mehr als ein „ich hoffe, die beiden haben bis dahin noch ein wenig Zeit“, kriege ich aber spontan nicht heraus. Oh man(n), bei den Presswehen welches meiner Kinder ist mir eigentlich meine Schlagfertigkeit abhanden gekommen? Nach dem ersten Schock versuche ich dann doch noch eine Lanze für die männliche Nachkommenschaft zu brechen und erwidere, dass es meines Erachtens auch viele Söhne gäbe, die sich um ihre alternden oder kranken Eltern kümmern. Die einen länger, die anderen nur für kurze Zeit. Intensiv und emotional belastend ist es aber vermutlich für alle.

Nun gut, sonderlich attraktiv scheint mich die Dame trotz der Zwillinge nicht zu finden, wenn sie mich schon vor ihrem inneren Auge als siechenden alten Knacker sieht. Aber immerhin sprach sie mich bezüglich eines Themas an, das sie vermutlich persönlich stark beschäftigt und das heutzutage in der Gesellschaft leider immer noch geflissentlich „übersehen“ wird, denke ich mir im Nachhinein. Zwillinge und ihre Väter regen also auch zur Diskussion sozialer und gesellschaftspolitischer Grundfragen an. Gern geschehen!

Das geographische Epizentrum der Fremd-Kontaktaufnahmen mit mir als Zwillingspapa liegt jedoch an einem anderen Ort als hier in der verlassenen Waldeinöde mit Wildschwein-Duft. Der Ort, an dem ich am Oftetetetesten angesprochen wurde, ist ganz unspektakulär… eine Drogerie. Während eines 15-minütigen Zwischenstopps dort kommt es vor, dass ich von bis zu fünf unterschiedlichen Personen angesprochen werde. Überall im Laden – ob ich nun vor den Bio-Müllsäcken stehe, die übrigens nach acht Tagen doch durchsuppen, die Damen-Hygiene-Abteilung wegen diesen Dingern mit den Flügeln inspiziere oder diverse Raumsprays teste, um endlich den betäubenden Volle-Windel-Duft aus den eigenen vier Wänden zu pusten – immer und überall kommen diese fremden Neugierigen, beugen sich trotz Hüftprothese gaaaanz tief über den Nachwuchs und die Süßholzraspelei beginnt: „Die sind aber wirklich süß. Und so artig. Schreien ja gar nicht.“ In diesen Momenten möchte ich gern die Uhr um 30 Minuten zurückdrehen, als mir die Mini-Nazis beim Anziehen auf der Nase rumtanzten. Oder ich erinnere mich kurz an den hysterischen Schreikrampf vom Frühstück, als ich mir erlaubte meine Mini-Gourmets ein wenig dafür zu kritisieren, dass ich das mit unendlich viel Liebe selbst zubereitete halbe Kilo Haferbrei zu neun Zehnteln vom Boden aufkratzen durfte statt es in den Mäulern der Kinder verschwinden zu sehen. Das glaubt mir in dem Moment niemand der Anwesenden, allen Bezeugungen zum Trotz. Sogar Beweisfotos werden nicht als solche anerkannt. Das pausbäckige Grübchenlächeln auf der einen Seite des Kinderwagens in Kombination mit dem aufreizend langgezogenen „Paaaaapa“-Brabbeln auf der anderen Seite untergräbt meine Glaubwürdigkeit in diesem Moment immens. 1:0 für die Kinder. Halbzeitpause.

Ganz offensichtlich nicht offensichtlich

Ein weiterer Klassiker im Zwillings-Bullshit-Fragen-Bingo fehlt aber noch. Nachdem ich die Kassiererin und ihre Kasse hinter mir gelassen habe und eilig alle benötigten Kopfbedeckungen zur Nutzung reaktiviert habe, taucht vor dem rettenden Ausgang  noch eine weitere weibliche Gestalt mit bunt angemaltem Gesicht auf und ergötzt sich mitsamt gefühlt vorgetäuschtem Mitleid an meiner jämmerlichen Erscheinung (Augenringe, Knitterhemd, 49-Tage-Bart usw.): „Die machen aber auch bestimmt viel Arbeit, oder?“ Nein. Der Papst ist nicht katholisch. Bei der Deutschen Bahn fahren alle Züge pünktlich und der FC wird dieses Jahr ganz sicher wieder Meister. Nein, zwei Kinder machen nicht viel Arbeit. Zwei Kinder sind wie Zeit und Antizeit – da wo sie sich begegnen, heben sie sich gegenseitig auf. Zwei Kinder sind also wie kein Kind. Geistesgegenwärtig entgegne ich stattdessen mit perfekter Inszenierung: „Ja, schon ein wenig, aber sie geben einem auch unheimlich viel zurück.“

Innerlich zerrissen ob meiner feigen Lüge und kopfschüttelnd verlasse ich mit einem gequälten ‚Bis bald‘ den Ort des Geschehens und trinke hastig meinen Energy Drink aus.

Morgen gehe ich wieder mit den Kindern spazieren und es wird mich jemand ansprechen. Garantiert. Und irgendwie freue ich mich inzwischen trotzdem darauf.

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Ein lauwarmer Dezembertag: Weihnachten ist noch nicht ganz in Reichweite, der Naschteller aber schon dermaßen befüllt, als gäbe es morgen nix Süßes mehr bei Lidl. Heute geht’s los, heute starte ich ein neues Kapitel. Ab heute werde ich mich der Menschheit endlich in dem Kanal mitteilen, den ich auch beruflich jahrelang mit meinen geistigen Ergüssen gequält habe bzw. die Kunden und Follower meiner Arbeitgeber. Ein Blog soll es sein. Vor zehn Jahren wäre es dank meines zur Quasi-Vollkommenheit perfektionierten Sportwissens ein Sport-Blog geworden. Vor fünf Jahren dagegen hätte ich vermutlich Neuigkeiten aus der Internetwirtschaft gepostet und kommentiert. Hätte, wäre, wenn. Im Jahr 2017 sind das alles Nihilitäten, jetzt, da ich seit gut drei Jahren eine neue stetig wachsende Lebensaufgabe habe. Einen Job, der mich von nun an mein Leben lang begleiten wird, ohne Aussicht auf Kündigung oder Frühverrentung: Ich bin ein Papa bzw. inzwischen drei Mal Papa.

Nun also, an diesem Dezembertag, wo die Idee längst geboren, ein knackiger Name gefunden, der weltbeste Bloghoster engagiert, das Theme aufgesetzt (schließlich liest das Auge mit) und der Willkommens-Post geschrieben ist, gerade jetzt, werden die, um die es hier letztendlich gehen soll, krank. Eine(r) nach der/m anderen. Die armen Lütten. Warum also nun nicht aus der Not eine Tugend machen: Kann es ein spannenderes Thema für ein Initialposting geben als die gute, alte „Seuche“?! Nö.

Krank zu sein, das ist nicht schwer, Vater sein, dagegen sehr

Eine kurze Auflistung, was uns kinderkrankheitstechnisch so alles widerfahren ist in dieser Dezemberwoche – der Einfachheit halber in alphabetischer Reihenfolge: Bronchitis, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Heiserkeit, Husten, Mittelohrentzündung, Schnupfen, Übelkeit, Zahnungsschmerzen.

Was sich wie das Who-is-Who der gesammelten Krankheiten einer ganzen KITA liest, entpuppt sich nun also als die konzentrierte Malaise meiner unmittelbaren Nachkommen. Ein wahres Diagnosejeopardy für jeden Kinderarzt. Vater eines kränkelnden Kindes zu sein – oder eben gleich mal von dreien – ist vermutlich nicht nur für mich eine der herausfordernsten Erfahrungen, die man in den Säuglings- und Vorschuljahren macht. Hatschieeh.

Damals, als der Stammhalter noch Einzelkind war, erlebte ich zum allerersten Mal dieses Gefühl ein Co-Kranker zu sein. Jedes Husten, das dem Kinde aus den winzigen Bronchen entfloh, tat dir selbst weh. Oder eine typisch laufende Kindernase, bei der man fassungslos daneben steht, wenn das Sekret literweise den Fußboden, die Couch oder jede beliebige andere Oberfläche benetzt. Die armen Kleinen. Vielleicht ist Mitleid hier aber doch unangebracht. Denn die Racker sind meist viel robuster als die Eltern. Denn man fragt sich doch, wie man es mit ganzen 6 Monaten Lebenserfahrung bewerkstelligen kann, bei 40+ Fieber bäuchlings über den Boden zu robben und dabei dennoch ein breites Grinsen auf den großen Pausbacken hervorzuzaubern. Männer sind nicht fürs Kranksein gemacht – aber gerade deshalb können wir vermutlich so gut mitleiden mit den Zwergen.

Dabei ist es auch nicht nur die Erkältung oder der Husten der Kinder an sich, die einem den kalten Schweiß auf die Stirn treiben, sondern die Unsicherheit darüber, wie man den kleinen Wesen am besten helfen könnte – ohne ihnen zu schaden. Sich selbst bei Erkältungs-Krankheiten zu helfen, ist dagegen geradezu simpel. Hastig schluckt man zwei lecker unzerkaute Paracetamol, eine Grippostad-Kapsel und zur Sicherheit noch eine Aspirin (weil Aspirin immer wirkt) mit einem großen Schluck Cola Light den eitrigen Rachen herunter, um anschließend die kombinierte Vitamin C-, Magnesium- und Calcium-Brausetablette mit einem großen Energy-Drink runterzuwürgen. Das alles wiederholt man drei mal täglich und wie von Zauberhand geht’s einem schon nach sechs bis acht Tagen besser – vom Leberschaden, Herzrhythmusstörungen und Magengeschwür mal abgesehen. Wie gesagt, sooo einfach. Aber was tun, wenn der Kleine trockener hustet als die Sahara?

Kinderärzte – Götter in… ähhh…bunt

Seit dem Tag, an dem ich den ersten halben Kinderfreibetrag mein Eigen nennen konnte, ist der Gang zum Kinderarzt die am häufigsten zurückgelegte Wegstrecke mitsamt Kind und rangiert damit noch vor dem Besuch des ansässigen Lebensmitteldiscounters, bei dem „immer erst ein Brötchen angebissen werden muss“ und dem öffentlichen Spielplatz, auf dem heutzutage allein mehr Spielgeräte zu finden sind als damals in meiner gesamten Heimatstadt zusammen, zu Zeiten, als ich noch in die Hosen gemacht habe. Wenn man als Papa dann noch mit einer gepflegten Arzt-Neurose aufwarten kann, freut man sich jedesmal wieder genauso wahnsinnig auf den Besuch der Bazillenbude wie auf eine Bar-Mizwa oder die „Große Hafenrundfahrt“, die vor allem Männer jenseits der Fuffzig kennen. Der Besuch beim Kinderarzt ist so gewöhnlich geworden wie der mitternächtliche Gang zum Klo.

Und ja, der erste Eindruck bestätigt immer wieder die größten Befürchtungen, dass man an diesem Ort, der Heilung verspricht, nur noch kranker wird. Was für eine Heidenfreude es doch für die kränkelnden Knirpse und Gören ist, wenn sie mit rotzverklebtem, fiebrigem Gesicht und müffelndem Hustenauswurf gemeinsam im Vorzimmer-Kletterpark herumtollen und dabei Viren, Bakterien und Keime spielend austauschen – nach dem Motto: wer will noch was, wer hat noch nicht (alles)?

Das ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Hinter der klebrigen Fassade verbirgt sich eine vollprofessionelle Gesundheits-Manufaktur, in der die kleinen Bazillenschleudern von einer Heerschar freundlicher, kittelloser Arzthelferinnen und Doktoren betreut werden – und das immer mit ganz viel Empathie, Herz und einer großen Portion Kompetenz. Genauso wichtig wie das Rezept, die Medikation oder die Hausmittelchen-Tipps, die man erhält, ist das Gefühl der Sicherheit und der Erleichterung, mit dem man meist den Weg nach Hause antritt. Gefühle, die einem kein Gesundheitsforum, keine Apotheken-Umschau und kein Globuli der Welt bieten kann!

Wenn „Englische Woche“ auf „Englischen Patienten“ trifft

Kennt ihr „Englische Wochen“? Nein, das sind keine Fish & Chips-Aktionswochen eines Burger-Braters. Wer Fußball mag, liebt „Englische Wochen“. Bedeutet nichts weiter als auch unter der Woche viel Fußball in der Glotze, also in der Frequenz Samstag-Mittwoch-Samstag. So weit, so gut.

Kommen wir zum „Englischen Patienten“. Ich habe den Film ehrlich gesagt nie gesehen, zumindest bewusst, soweit ich erinnere. Aber Voldemort spielt mit, dann muss er wohl gut sein. Egal, auch nicht wichtig. Worauf ich hinaus möchte, ist die Kombination beider Termina zur knackigen neuen Wortschöpfung der „Englischen Patientenwochen“. WTF?! Seitdem ich das Privileg genieße, sowohl Vater eines Thronfolgers als auch von Zwillingsprinzessinnen zu sein, sind „Englische Patientenwochen“ zum festen Bestandteil unseres Familienlebens geworden. Beispiel gefällig: Es ist Samstag und eines der Kinder startet mit einem fiebrigen Infekt ins Wochenende. Sauber, da kommt Freude auf. Es gibt doch nix Schöneres als Samstagnachmittag Wadenwickel zur Bundesliga-Konferenz zu wechseln. Abends dann die erste Paracetamol fürs Kind – und eine für den Papa. Der Sonntag, Montag und Dienstag sind damit schon mal gelaufen, da man in dieser Zeit nur noch darauf bedacht ist, das Fieber unter 40 zu drücken und krampfhaft versucht die Kinder räumlich zu trennen, um damit den Austausch von Spucke unter den sabbernden Familienmitgliedern so gut es geht zu vermeiden. Wie naiv man doch ist. Der Infekt findet immer einen Weg. Während Kind 1 am Mittwoch wieder auf dem Weg zu einem normal futternden Schreihals mit festem Stuhlgang ist, hat sich der Infekt als Version 2.0 sein zweites Opfer gesucht, jetzt mit verbesserter Widerstandsfähigkeit und dem neuen Feature schleimig-nasser Husten. Spätestens jetzt weißt du, der Rest der Woche ist gelaufen. Nach zwei weiteren Tagen voller voller Höschen, vieler Zäpfchen, vielen Tränchen und gänzlich ohne zusammenhängenden Schönheitsschlaf von mehr als 120 Minuten, fühlst du dich mindestens so gerädert wie die Kinder. Und dann kommt Tag 7, wieder ein Samstag. Alles scheint überstanden, das Wochenende gerettet – bis zu dem Moment, in dem bei Kind 3 ein heftig einsetzender trockener Husten gepaart mit röchelnd-rasselnden Atemgeräuschen die Fahrt in die Notaufnahme des ortsansässigen Kinderkrankenhauses heraufbeschwört. Klasse, Hauptgewinn! Nicht ganz unerwähnt soll bleiben, dass der nächste Mittwoch schon wieder neue tolle Krankheitsfeatures bereithalten kann, getreu dem Motto: „Und regelmäßig grüßen die Englischen Patientenwochen!“

Womit sich der Kreis nun wieder schließt. Am Anfang war die Krankheit. Aber einmal akzeptiert, dass kränkelnde Kinder zum Großwerden dazugehören so wie Schlagsahne auf einen Erdbeerkuchen, macht die Zeit des Kränkeln für die Eltern womöglich etwas erträglicher. In diesem Sinne: Gute Besserung!

Source Image: https://www.freestock.com/free-photos/boy-screaming-arms-open-isolated-white-105635438

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